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30

Apr

2014

Yukon ▪ Alaska Reise 2014

13.07.2014

 

Yukon und Alaska - Ein bleibender Eindruck!

 

Alles fertig gepackt, unser Zuhause in den letzten 8 Wochen ist gewaschen und vollgetankt, nein es geht nicht weiter, leider! Es geht zurück zu Fraserway unserem Fahrzeug Vermieter, zur Rückgabe.
Dann wartet schon der Flug mit Air Canada Nr. 290, in gut zwei Stunden sind wir in Vancouver, wo wir uns für die letzten zwei Nächte ins Empire Landmark einquartieren. Nach 1997 und 2007 ist es unser dritter Aufenthalt in diesem Hotel mit dem Drehrestaurant im 49. Stock, auch dieses Mal haben wir ein Zimmer weit oben und haben eine wunderbare Aussicht in die Bay.

 

Die Grossstadt ist schon etwas ungewohnt für uns, der ganze Verkehr, den Lärm, die vielen Hochhäuser und die für uns enorm vielen Menschen. Wir wünschen uns wieder in die Abgeschiedenheit der Wälder im Yukon Territory zurück. Auch unser Mietwagen, ein kleiner SUV der Marke GMC, scheint uns winzig im Gegensatz zum Ford F350.

 

Ein wenig shoppen, in Granville Island Essen einkaufen und ab in den Stanley Park zum Relaxen, am Abend nach Gastown (Old Spaghetti Factory) und schon ist der Kurzaufenthalt in Vancouver vorbei. Wir haben Samstag, den 12. Juli, es sind 59 wunderbare und unvergessliche Tage vergangen, leider ist die Zeit gekommen um den Flieger nach Europa zu besteigen.

 

Wir hatten eine riesen Zeit, wundervolle Landschaften, tolle Erlebnisse mit Tieren und trafen interessante Menschen, mit spannenden Geschichten.

Tanja von Para Tours – merci für die Buchungen und die wertvollen Tipps für die Reise, hat wunderbar geklappt J. Fraserway - Denise und Deinem Team ein herzliches Dankeschön für Eure Unterstützung J… und ein grosses MERCI VIEU MAU an alle J, die uns unsere Reise ermöglicht haben!

 

Vielen Dank allen die an unserem Blog interessiert waren, leider können wir die Erlebnisse und Eindrücke weder beim Schreiben noch mit den Bildern so wiedergeben wie sie vor Ort waren.

 

Yukon und Alaska - Ein bleibender Eindruck!

12.07.2014

 

Skagway – Whitehorse

 

Nach der Whalewatching–Tour flogen wir nach Haines zurück.
Am nächsten Mittag bringt uns die Fähre nach Skagway. Wir sind gespannt ob es, wie uns erzählt wurde, wirklich so schlimm ist mit den Kreuzfahrtpassagieren und dem Tourismusauflauf in diesem kleinen Ort? Ja, denn bei unserer Ankunft standen zwei Schiffe am Dock, am nächsten Morgen sogar eines mehr. Vier können gleichzeitig andocken und die Hauptstrasse mit ihren Souvenir-Läden wird dann von 6000 Leuten überschwemmt! Am Abend ist es in den Strassen sehr ruhig, fast wie ausgestorben.

 

Am nächsten Morgen steigen wir in die White Pass Railroad, dies ist die Bahnstrecke entlang des Weges, den die Goldsucher nahmen, um zu den Goldfeldern am Klondike River zu gelangen. Nur, dass diese zu Fuss unterwegs waren, das Gelände sehr steil und steinig war und es eigentlich gar keinen Weg gab, daher machten sich die sich die Goldsucher im Winter auf den langen Marsch. Das Essen und die ganze Ausrüstung mussten sie zudem auch mitnehmen, da bei den Goldvorkommen wenig vorhanden war oder es dann von Profitsüchtigen zu einem horrenden Preis angeboten wurde.
Die Fahrt auf den White Pass und zurück dauert gute drei Stunden, Landschaftlich sehr interessant und schön, jedoch fühlen wir uns wie bei einer Zugfahrt auf‘s Jungfraujoch, 2 Wagen für die Tagestouristen, weitere 8 für die Kreuzfahrtpassagiere, dazu noch eine permanente Dauerberieselung aus dem Lautsprecher mit Infos zum Weg, Geschichte und was man rechts und links sieht (wohl für die, die ihre Augen geschlossen halten).

 

Für uns ist das Thema Skagway beendet, zu überlaufen, zu touristisch und abgezockt. Wir entschliessen uns die USA das letzte Mal auf unserer Reise zu verlassen und Richtung Norden, nach Whitehorse zu fahren.
Auf dem Weg  treffen wir auf den Ort Carcross, eine Haltestelle der White Pass Railroad. Sein Name leitet sich ab von Caribou Crossing, da die Rentiere auf ihrem jährlichen Weg hier entlang gehen. Wir machen einen Rundgang durch den kleinen Ort und was wir sehen, sollte einem doch zu denken geben: Früher war dieser Ort eine Siedlung der Native’s, heute ein Souvenirladen mit mehreren Gebäuden! Das alte Haus, wo früher Lebensmittel gekauft wurden, bietet heute nur noch Schokoriegel, Süssgetränke, T-Shirts und viele verschiedene Sachen von den Indianern an: Schmuck, Holzschnitzereien, Mocassins usw., natürlich alles Handmade and Autentic….. from China!!! Nur das ausgestopfte Bärenbaby scheint aus dieser Gegend zu sein.

 

Für uns geht die Reise dem Ende zu, wir kehren zurück an den Ausgangspunkt, wo wir vor acht Wochen gestartet sind, aber erstmal verbringen wir nochmals eine Nacht im Wald an einem abgelegenen See.

10.07.2014

 

Glacier Bay National Park

 

Mit einer einmotorigen Maschine fliegen wir über zahlreiche Gletscher, von Haines nach Gustavus in den Glacier Bay National Park.
In den nächsten drei Tagen erwarten uns Bootstouren zu den Gletschern und den zahlreichen Bewohnern des Meeres. Aber vorneweg, auch Dauerregen!
Wir haben Zimmer in der Glacier Bay Lodge bezogen, im Nationalpark, es ist für uns doch sehr ungewöhnlich, nach so langer Zeit im Camper mit dem eigenen Bett, Küche und den Kleidern aus dem Schrank. Nach einem kleinen Spaziergang entlang des Strandes hören wir zum ersten Mal das wundervolle Geräusch, das uns die nächsten Tage immer wieder begleiten wird: das Schnaufen der Buckelwale (Humpback Whales), sogar als wir im Bett liegen hören wir sie, die Wale sind zum Fressen des Krill’s sind die Bucht gekommen und schwimmen immer wieder entlang des gegenüberliegenden Strandes, der doch über einen Kilometer von uns entfernt ist.

 

Am nächsten Tag geht es mit einem Touristenboot raus in die verschiedenen Fjorde, das Ziel ist der Gletscher Namen’s Margerie. Auf der Fahrt begegnen uns die ersten Buckelwale, Delphine, Seelöwen, Seeotter und viele mehr, ebenso Regen und Nebel. Als wir den Gletscher erreichen, müssen wir erst hinten anstehen, die Coral Princess, ein Kreuzfahrtschiff, ist in der ersten Reihe, als die im Nebel verschwindet sind wir dran. Es ist doch sehr eindrücklich, die Gletscherfront ist das Mehrfache breiter und höher als ein Schiff, immer wieder hören wir das knacken und klirren im Eis und können auch erleben, wie einzelne kleine Eisbrocken mit viel Lärm und Getöse ins Meer stürzen. Der Margerie Glacier schiebt sich jeden Tag an die 2,5 Meter vorwärts.
Leider passieren wir die nächsten zwei Eisriesen nur und auch die Wale verschwinden im Schnelldurchlauf, es ist eine Glacier- und nicht eine Wildlifetours…. Sehr schade.

 

Am nächsten Tag geht es bereits um acht Uhr los, Tod der Captain, begrüsst uns auf seinem 24 Personen fassenden Boot, das halb voll ist und somit für Alle genug Platz bietet. Nach cirka 20 Minuten erreichen wir den Point Adolphus und auch die ersten Meeresriesen, leider ist auch heute wieder starker Regen und Nebel angesagt. Die Vorschriften der Nationalparkverwaltung sind sehr streng und diese werden auch überwacht und durchgesetzt, daher ist es uns nicht möglich sich näher als hundert Fuss den Tieren zu nähern, den Motor abzustellen und zu warten wo sie wieder auftauchen. 3-4 Mal gehen die Wale nur einige Meter unter die Wasseroberfläche und Fressen, danach erscheint meist die Schwanzflosse über dem Wasser, was jedes Mal ein riesen Spektakel bietet, und verschwinden dann für etwa vier Minuten in mehreren hundert Metern Tiefe.

 

Nach drei Stunden geht es zurück, zu unserem Erstaunen treffen wir noch auf eine Orca Gruppe. Wir sind sehr beeindruckt und entschliessen uns am nächsten Tag, bei besserem Wetter, nochmals eine Tour zu machen, da unser Rückflug nach Haines erst am späten Nachmittag angesetzt ist.

07.07.2014

 

Dawson City – Whitehorse - Haines – Regen, Regen und …

 

Wir schon wieder, haben einen den inzwischen seltenen Internetzugang.

 

Zurück in Dawson City, dem geschichtsträchtigen und sagenumwobenen Ort, wo am 17. August 1896 im Rabbit Creek (heute trägt er den Namen Bonanza Creek), das erste Goldstück gefunden wurde und so den grössten ``gold rush`` der Geschichte auslöste.
Es dauerte ein ganzes Jahr, bis die Nachricht im rezessionsgeplagten Süden eintraf, was Zigtausende von Goldsuchern und Abenteurern bewegte sich auf den langen, strapaziösen und gefährlichen Weg an die Mündung des Klondike- und Yukon Rivers zu machen. Was Anfangs eine Indianer- und Abenteurersiedlung war, wuchs innerhalb von zwei Jahren, zu einer Stadt mit weit über 30`000 Einwohnern, mit allem Luxus den man sich denken kann und bald wurde es ``Paris des Nordens`` genannt. Es gab elektrisches Licht und Telefon, Wasser- und Abwasserleitungen, die Möbel kamen aus England und die Kleider aus Paris. Als die Goldfunde nachliessen und Neue aus Nome an der Westküste Alaska’s gemeldet wurden, verliessen die Meisten im Jahre 1900, die Stadt bereits wieder, es blieben nur noch gut 9‘000 Einwohner, 1921 waren es 975 Übriggebliebene. Dank den neuen Gold Entdeckungen Ende 1995 und dem Tourismus leben heute wieder 2000 Leute in Dawson.
Übrigens: Bislang sind rund 20 Millionen Unzen Gold aus dem Boden geschaufelt worden, nach aktuellem Goldpreis wäre dies einen Wert von rund 25 Billionen Euro!

 

Vier Tage sind geplant, um alles zu erkunden, das fotografieren der Mitternachtssonne nachzuholen, das wir auf dem Dempster wegen bewölktem Himmel verpasst haben und was ganz wichtig ist, unser Glück mit Goldwaschen zu versuchen. Nur das Wetter ist gar nicht in unserem Sinne, es regnet und regnet und …. teilweise so stark, dass der ganze Campingplatz unter Wasser steht und wir wissen nun, warum die Gehsteige 20 Zentimeter über der unasphaltierten Strasse sind. Wir nutzen die wenigen Stunden ohne Regen, um den Ort und Umgebung zu erkunden und ein paar Fotos zu machen, leider ohne Mitternachtssonne.
Am letzten Tag, ein wunderschöner Nachmittag, gehen wir an den Fluss wo alles mit dem erwähnten Goldstück begann. Nach fachkundiger Anleitung versuchen wir unser Glück: Sand und Kies in die Goldwaschpfanne, Wasser dazu und dann ``shaken``. Das Wasser langsam leeren, die Pfanne schräg halten und viermal ins Wasser tauchen, damit wird der Sand ausgespült. Wieder Wasser dazu geben und mit ``shaken`` beginnen. Das Ganze solange wiederholen bis nur noch das Gold übrigbleibt, wenn es hat, denn dieses ist schwerer als der Sand und bleibt somit in der Pfanne. Wir haben Glück es glitzert! Reich wird man mit dieser Methode heute natürlich nicht, aber Spass hat‘s trotzdem gemacht.

 

Nun geht’s bereits weiter Richtung Süden. In Stewart Crossing biegen wir auf den Silver Trail ab. Nach Mayo, einst ein Handelsposten der Pelzhändler, am Stewart River gelegen, erreichen wir für einen kurzen Aufenthalt die Beinahe-Geisterstadt Keno City, ehemaliger Silber und Blei-Erz Bergbauort. Zurück auf dem Klondike Loop treffen wir nach Pelly Crossing wieder auf den Yukon River und kurz vor Carmacks auf die Five Finger Rapids, wo Felsinseln den Yukon in fünf enge Kanäle zwängen. Die schnelle Strömung mit Strudel und stehenden Wellen, war für die Raddampfer ein fast unüberwindbares Hindernis. Um die Engstellen zu passieren, mussten sich die Dampfer mit Hilfe ihrer Ankerwinden an den oberhalb der Inseln befestigten Seilen, durch die Stromschnellen flussaufwärts ziehen. Von Carmacks bis Haines Junction, ein Abschnitt, welchen wir bereits anfangs unserer Reise gefahren sind. In den vergangenen fünf Wochen hat sich die Vegetation verändert, die Seen sind eisfrei, alles ist grün und die Blumen schmücken die Strassenränder. Von Haines Junction geht’s in südlicher Richtung dem Kluane NP entlang, wo wir zu unserer Freude auf Schwarzbären treffen, die sich vergnügt mit Löwenzahn die Bäuche vollschlagen. Nun verlassen wir bereits wieder Kanada und reisen in die USA ein, innerhalb 5 Min. ist dies erledigt! Nach kurzer Weiterfahrt treffen wir in Haines ein.

06.07.2014

 

Dempster Highway – Der Weg ist das Ziel

 

Das Auto vollgetankt plus 1 Reservekanister Diesel dabei, starten wir das Abenteuer Dempster Hwy, vor uns knappe 800 km Schotterpiste bis nach Inuvik, am Mündungsdelta (eines der grössten der Welt) des Mackenzie Rivers. Der gut ausgebaute, jedoch ungeteerte, Highway folgt über weite Strecken einem alten Handelsweg der Indianer und der Hundeschlitten-Route der Royal Canadian Mounted Police zwischen Dawson und Fort McPherson. Bei trockenem Wetter ist die Strasse in gutem Zustand (… das Innere des Campers versank aber in dicker Staubschicht…) bei nassem Wetter gibt es doch Streckenteile, die sehr schlammig und rutschig sind, dies wurde auf unserer Rückfahrt nach Dawson doch Einigen zum Verhängnis!

 

Wir entschieden uns, die Hinfahrt auf 3 Tage aufzuteilen. Für die erste Übernachtung wählten wir einen wunderschönen Campground auf einem Hochplateau der Tombstone Mountains, in der Nähe des Visitor Centers. Wir erhalten hilfreiche Tipps über den Strassenzustand, das Wetter in den nächsten Tagen, wo die besten Viewpoints sind, um die Landschaft, aber auch Tiere zu beobachten. Und es wurde uns empfohlen einen Bärenspray dabeizuhaben, da es wahrscheinlich ist, auf Bären zu treffen. Für 20 $ Depot wurde uns ein solcher mitgegeben, wir können ihn ja bei der Rückfahrt wieder gegen die $ umtauschen. Nach der ersten Übernachtung fahren wir morgens um 06.00h los, ist die beste Zeit um Tiere zu sehen. Wir sind alleine unterwegs und treffen bereits nach ca. 2 km Fahrt auf die ersten Grizzlybären. Weiter begegnen wir einem Polarfuchs, Elch und nach dem Windy Pass zum Ogilvie River, wo wir auf mehrere Herden von Dall-Schafen treffen. Weiter hinauf ins Hügelland läuft uns ein Schwarzbär direkt vor das Auto, wir warten am Strassenrand, was er vor hat, er verzieht sich erstmal in die Büsche, zwei Autos überholen uns und fragen sich wohl, was haben denn die vor – den Bären haben sie wohl nicht gesehen – nach ein paar Minuten erscheint unser Fotomotiv wieder, zeigt uns und rennt dann den Berghang runter. Wie auf unserer bisherigen Reise, stellen wir wieder fest, dass der Schwarzbär ein sehr scheues Tier ist, überrascht man ihn nicht und lässt ihm genug Platz, ist es absolut ungefährlich ihm zu begegnen. Wir fahren weiter nach Eagle Plains, das ist eine Tankstelle, Werkstatt, Hotel mit Restaurant und ein Campingplatz, aber der wichtigste Ort zwischen Dawson und Inuvik: tanken ist hier ein Muss! Nächste Station ist der Polarkreis (66°33'N), welchen wir nach 405 km erreichen. Bis dahin bietet der Dempster uns eine grandiose Landschaft, sehr abwechslungsreich. Nach der 2. Übernachtung, mitten im Wald mit gefühlten x-Millionen Moskitos, erreichen wir die Northwest Territories, unser 3ter Kanadischer Bundesstaat auf unserer Reise. Die Landschaft ändert sich, wir fahren durch Tundragebiete (können das 1. Mal Permafrost in Natura sehen – aufgerissene Erde mit der ca. 1 Meter dicken Eisschicht, ja, da wird einem die Veränderung durch die Erderwärmung deutlich gezeigt). Weiter führt uns der Dempster durch Taigawälder und Hochtäler voller Tümpel und Seen. Nachdem wir den Peel- und Mackenzie River mit der Fähre überquert haben sind es noch Rund 200 km bis nach Inuvik, dieser Teil der Strecke ist sehr eintönig, die Strasse immer geradeaus, rechts und links von der Strasse Wald, sonst nichts.

 

Angekommen in Inuvik, in der Sprache der Inuit bedeutet der Name „Ort der Menschen“. Die Häuser in Inuvik sind alle ohne Keller und das Fundament auf versenkte Stützen gestellt.  Dies verhindert, dass die Gebäude mit ihrer eigenen Wärme den Permafrostboden auftauen und langsam darin versinken. Utilidors (aluminiumverkleidete, beheizte Tunnels) laufen auf Stelzen von Haus zu Haus, innen liegen die Rohrleitungen für Wasser, Abwasser und Fernwärmeversorgung. Bekannt ist in Inuvik die Igloo Church im Zentrum – sonst hat der Ort nicht wirklich viel zu bieten. Der Ausflug ans Eismeer, welcher wir gerne unternommen hätten, war leider nicht möglich (schlechtes Wetter und ein noch schlechterer Anbieter, drei Stunden nach geplantem Abflug, klopften wir den Besoffen aus dem Bett: Up North Tours, aber das ist eine andere Geschichte). Da wir den Eismeer-Trip nicht machen konnten, entschieden wir uns, nach einer Nacht wieder abzureisen, zumal in der Nacht es zu regnen begann und der die nächsten Tage anhalten sollte, in 2 Tagen retour nach Dawson City zu fahren. Die Strasse war vom sehr starken Regen in der Nacht, schon recht aufgeweicht, verlässt man die Spurrinne wurde es schnell zu Rutschpartie, schon nach wenigen Kilometern sahen wir die ersten Unfälle, glücklicherweise alle nur mit Sachschaden!
Wir übernachten in Eagle Plains und treffen wieder auf Gaby und Claudio (haben wir bereits am Anfang des Dempster‘s getroffen), sie sind mit ihrem Land Rover mit Schweizer Kreuz und ZH-Nummer, im letzten Herbst zu ihrer Panamericana-Reise gestartet, von Feuerland nach Alaska.
Am nächsten Tag fahren wir die letzte Etappe auf dem Dempster, bis nach Dawson zurück um erstmal unser Auto zu waschen, was sehr, sehr viel Zeit in Anspruch genommen hat….

01.07.2014

 

Fairbanks – Top of the World Hwy. – Dawson City

 

Gute Entscheidung den Park heute zu verlassen, es regnet in Strömen!
Die Fahrt nach Fairbanks und Fairbanks selbst, ist nicht sehr spektakulär. Die zweitgrösste Stadt in Alaska, liegt am Ende des Schienenstrangs der Alaska Railroad und bekannt für das härteste Schlittenhunderennen der Welt, dem Yukon Quest, in jährlicher Abwechslung, Start bzw. Ende, mit Whitehorse. Es sind 1000 Meilen, die die Musher mit ihren Hunden, bei zum Teil Temperaturen unter -50°C, zwischen diesen beiden Städten zurücklegen müssen.

 

Die Sonne scheint, es ist wie vorausgesagt warm und wie wir zu spüren bekommen, haben die Chartermaschinen aus Europa den Sommerflugplan aufgenommen, die Campingplätze sind voll! Es wird sehr viel Deutsch und vor allem Schweizerdeutsch gesprochen!

 

Neuer Tag, das Wetter immer noch sommerlich warm, wir fahren ein wenig auf dem Dalton Highway Richtung Norden. Die Strasse führt entlang der Trans-Alaska Pipeline, die das geförderte Oel, von Pruedhoe Bay am Eismeer nach Valdez transportiert. Geplant wäre, die Fahrt bis zum Polarkreis (viel weiter erlaubt der Fahrzeug-Vermieter (aus Versicherungsgründen) auch nicht, jedoch müssen wir vorher umkehren, weil wir am nächsten Tag (wieder einmal…) einen Termin in der Garage haben.

 

Weiter geht die Reise, auf dem Alaska Hwy nach Tok und über den Taylor Hwy nach:
Beautyful Downtown CHICKEN! Einwohnerzahl im Sommer: 23, im Winter 7! und diese sind dann während mehrere Wochen auf der Strasse nicht zu erreichen, aber es gibt einen Flugplatz! Wir sehen zu ersten Mal eine sogenannte Dredge (Schwimmwaschanlage), diese wurde verwendet, während dem Goldrush vor gut hundert Jahren. Es ist kalt, es regnet und der Campingplatz ist mit grossen Campern voll. Wir fahren zum Nächsten, ruhigen, im Wald.

 

Am Morgen geht es Berg hoch Richtung amerikanischer-kanadischer Grenze, wir sind zum ersten Mal auf unserer Reise froh, dass wir einen 4x4 haben! Es ist steil, kurvig, durch den starken Regen verwandelt sich die Schotterstrasse in Schlamm und kurz vor der Grenze haben wir Schnee…
Es ist Mitte Juni! Selbst dem Zöllner ist es zu garstig, er schaut kurz in die Pässe, fragt noch wohin des Weges und geht wieder zurück an die Wärme.

 

Auf dem Top of the World Highway geht’s weiter nach Dawson City, bekannt durch die grossen Menge an Gold die geschürft wurden und vor allem durch die Erzählungen von Jack London.
Die Strasse (Schotter) führt meist auf dem Kamm der Berge und Hügel. Bei schönem Wetter würde man ein wunderbares Panorama mit viel Weitsicht haben, Betonung auf würde!
Es bleibt wie es ist, den ganzen Tag. Regen, Nebel, Schnee, die Konzentration ist auf die rutschige, schlammige und zum Teil sehr enge steile Strasse gerichtet.
Für morgen ist besseres Wetter angesagt und wir haben geplant, den langen, fast 800 km langen Weg auf dem Dempster Highway nach Inuvik zu fahren. Also, Auto tanken, waschen und ein paar Infos zur Strecke im Visitor Center holen.

28.06.2014

 

Denali Nationalpark

 

Nach dem herrlichen Flug zum Mount McKinley ging’s am nächsten Tag weiter zum Denali Nationalpark. Beim Parkeingang die Park – Gebühr bezahlen und das weit im Voraus (unbedingt nötig!) reservierte Ticket holen, damit man berechtigt ist, die ersten 50 km bis zum Teklanika Campgroundzu fahren. Dies ist der weit möglichste Ort, der mit dem Privatauto erreichbar ist, weiter geht es nur noch mit dem offiziellen Park Shuttlebus.

 

Der Denali NP wurde nicht wegen des Bergriesen Mt. McKinley gegründet, sondern um die reiche Tierwelt zu schützen, die in der alpinen Taiga und Tundra lebt. Die einzige Strasse (Schotter) in den Park ist ca. 150 km lang und führt bis zur Kantishna Lodge und Zeltplatz. Wir haben für den nächsten Morgen zwei Plätze im Greenbus gebucht, der bis zum Wonder Lake (137 km) fährt und zurück. Um 06.25 Uhr trifft der Bus bei uns am Campingplatz ein, er ist bereits seit über einer Stunde unterwegs und gut besetzt.

 

Also los geht’s, die Schotterpiste ist in einem sehr guten Zustand, manchmal holpert und schüttelt es, aber im grossen und ganzen ok. Der Fahrer hält auf der ganzen Fahrt immer wieder Ausschau nach Tieren oder die Mitfahrenden fordern ihn zum anhalten auf, wenn diese Tiere sehen. Mehrere Bären, Elche, Fuchs und Karibus sehen wir auf dieser langen Fahrt, dazu die wunderschöne Landschaft und als Krönung durften wir nochmals den McKinley bestaunen, leider nur kurz und nicht ganz Wolkenlos, aber immerhin. Gemäss Statistik gelingt dies im Juni nur 9 % der Besucher.
Kurz vor vier am Nachmittag machen wir noch einen Halt beim Aussichtspunkt, ca. eine Meile von unserem Campingplatz entfernt und wir entschliessen uns den Rest zu Fuss zurückzulegen.
Am Abend fängt es an zu regnen und die Wetteraussichten für die nächsten Tage im Denali sind alles andere als gut und wir beschliessen morgen den Park, einen Tag früher, in Richtung Fairbanks zu verlassen, wo uns 24 °C erwartet!

 

Unser Fazit zum Denali NP:
Man muss ihn gesehen haben, vielleicht besser im Herbst, dann kommen die Farben besser zur Geltung! Landschaftlich 1A, Tiere in diesem riesigen Gebiet sicher auch Glücksache. Leider ist es so, dass man sich nicht gross Selbständig bewegen kann, es gibt nur sehr wenige Wanderwege und die sind beim Parkeingang. Wandern ist im ganzen Park erlaubt, jedoch sind die Möglichkeiten extrem beschränkt: Entlang der Strasse (sehr staubig und alle 10 Minuten kommt ein Bus), im Bachbett (sofern kein Wasser) oder zum Teil in dichtem Gestrüpp, was aber wegen den Bären nicht sehr Ratsam ist. Es gibt die Möglichkeit mit dem Standby-Ticket (am 2ten Tag) die gleiche Fahrt nochmals zu machen und unterwegs auszusteigen, in der Tundra zu wandern und bei einem der nächsten Busse wieder einzusteigen, ist aber in Anbetracht der langen Busfahrten (Parkeingang – Wonderlake – zurück = 12 h), auch nicht für jedermann. Zudem ist es für uns ein Rätsel, wie es der Fahrer schafft während der ganzen Zeit, ununterbrochen, Info’s und Geschichten von und über den Park zu erzählen….

24.06.2014

 

Homer – Kenai – Anchorage - Talkeetna

 

Wir verlassen Homer, das auch „Riviera von Alaska“ genannt wird. Die Fahrt geht auf dem Sterling Highway zurück über Anchor Point, dort beobachten wir die vielen Weisskopfseeadler, an der hübschen Kirche von Ninilchik vorbei nach Kenai. In Alt-Kenai stösst man auf das beliebteste Fotomotiv des Ortes „Holy Assumption of the Virgin Mary“ aus dem Jahr 1896 ist eine der ältesten noch erhaltenen russisch-orthodoxen Kirchen in Alaska. Weiter dem Kenai-River entlang biegt in Portage die Strasse zum Portage Glacier mit einer beeindruckenden Berg- und Gletscherlandschaft. Dem Turnagain Arm entlang, in dieser Bucht musste Captain Cook 1779 auf seiner Suche nach der Nordwest-Passage zwischen Pazifik und Atlantik wieder einmal enttäuscht umkehren, womit die Bucht ihren Namen bekam: Turnagain Arm. Ebbe/Flut bis zu 10 Meter sorgt hier zwei Mal täglich für ein Spektakel. Bei Ebbe läuft der flache Meeresarm fast leer und mit auflaufender Flut rollt dann eine Wasserwalze mit 20 bis 25 Stundenkilometern Geschwindigkeit über den Schlick. Angekommen in Anchorage, der grössten Stadt von Alaska mit ca. 300 000 Einwohnern. „Downtown“ hat man schnell besichtigt. Anchorage, bekannt auch für den Start des jährlichen Iditarod, das Schlittenhunderennen über 1‘150 Meilen von Anchorage nach Nome. Ursprung für dieses Rennen, ist ein Gedenken an den Iditarod Trail und die Männer mit Hundeschlittengespanne welche im Winter 1925, als in Nome eine Diphterie-Epidemie ausbrach und nicht genügend Medikamente vorhanden waren,  in 127 Stunden das lebensrettende Serum ans Ziel brachten.

 

In strömenden Regen führt unsere Reise weiter nach Talkeetna, ein kleiner, sympatischer aber sehr touristischer Ort. Dies ist der Ausgangspunkt für die Besteigungen vom Mount McKinley. Wir entscheiden uns, trotz nicht so guter Wetterprognose (das Wetter ändert sich aber auch mehrmals täglich) für einen Sightseeingflug zum Berg mit Gletscherlandung. Wir werden nicht enttäuscht, uns bietet der Flug riesige Berg- und Gletschergebiete, sehen den Denali, in der Sprache der Athabaska-Indianer = Der Grosse (Mount McKinley), mit 6‘194m der höchste Berg Nordamerikas, aus nächster Nähe und landen schlussendlich beim Base Camp 1 – dort haben wir einen 1/2-stündigen Aufenthalt und bestaunen das uns bietende Panorama.

15.06.2014

 

Bear Camp Katmai Nationalpark

 

Wir treffen Zack von Sasquatch Alaska Adventure direkt im Büro beim Flughafen von Homer. Nach kurzem Papierkram (keine 2 Min.) bekommen wir je ein Paar Fischerstiefel und los geht’s – Auto auf dem Flughafengelände parkieren – Gepäck raus und ab nach 20 Meter zum Flugzeug mit Baujahr 1968. Wer sitzt vorne bei Zack – wer hinten? Reto setze ich neben Zack als Co-Pilot und ich geniesse hinten, in der 2. Reihe den Flug. Wir starten – es rüttelt und schüttelt, aber nur kurze Zeit anschliessend haben wir einen ruhigen rund 90 Min. Flug und geniessen die Aussicht – Flugroute über  die Kenaihalbinsel – wenig später auf der linken Seite sehen wir Kodiak Island und auf der rechten Seite den Mt. Augustine Vulkan. Kurz darauf erreichen wir bereits den Katmai Nationalpark und Zack kreist über den Mt. Douglas Vulkan – in der Mitte den kochenden See – ringsherum Schnee und Eis, herrlich… und schon geht’s zum Landeanflug – wir sehen unten die ersten Bären und unser Camp, die Landepiste? Natürlich, ist das der Strand bei Ebbe, was sonst? Gut gelandet sind wir nun in unserem 5* Hotel angekommen – Ausstattung: Zelt, Schlafsack, separate Küche und natürlich unseren Guide Brian und sein Sohn Rio – super Team, das wichtigste nicht vergessen, den Elektrozaun! Die Aussicht ist phänomenal – vor uns das Bärenland, im Hintergrund der schneebedeckte Mt. Douglas, blauer Himmel… was will man noch mehr. Sobald alles eingerichtet ist und nach der Instruktion, wie verhalte ich mich bei und mit den Bären, geht’s auf die erste Beobachtungstour. Schon nach kurzer Zeit sehen wir den ersten Bär, genüsslich am Ufer liegend, kühlt sich ab und geniesst wohl auch die Sonne. Weiter laufen wir über die ziemlich nasse Wiese und sehen dort weitere Bären. Nun geht’s nach ca. 2 ½ Stunden zurück ins Camp – da treffen wir auf „Blondie“, (sie wird uns die nächsten Tagen immer wieder begegnen) wunderschön, mit ihrem goldenen Fell.  

 

Die Ebbe/Flut ist hier im Katmai extrem, es ist eine Differenz von 10 Meter, bei Ebbe hat man einen riesigen Strand. Morgens früh ist vor uns einen See und am späten Nachmittag nur noch einen kleinen Bach. Wir laufen bei Ebbe zu einer vorgelagerten Insel, beobachten dort eine Bärin mit ihren 2 Jungen beim Muschelsuchen, sobald sie uns entdeckt, rennt sie mit ihren 2 Jungen in „Sicherheit“.

 

Wir unternehmen jeweils 2 Wanderungen am Tag – die erste am Morgen und die zweite am späteren Nachmittag. Um die Mittagszeit läuft bei den Tieren nicht viel, sie machen Siesta und sind überhaupt nicht aktiv. Die Bären, welche wir beobachten (10 – 20 pro Tag) sind sehr tolerant und akzeptieren uns. Wir hatten nie eine gefährliche Situation. Wir erlebten die Bären eher als scheue Tiere, die auch untereinander meist den Konflikten ausweichen. Futtersuche – bis die Lachse die Flüsse rauf schwimmen, vorwiegend Gras, Wurzeln und Muscheln – und das aussuchen des/r Partner/in sind die Hauptbeschäftigung. Bei den Müttern mit ihren Jungen, normalerweise zwei, die als Dreijährige von der Mutter weggejagt werden, kommt noch der bedingungslose Schutz des Nachwuchses dazu.

 

Am 2. Morgen im Camp werden wir von Wolfsgeheul geweckt… natürlich sind wir sofort auf den Beinen, noch können wir keine sehen nur hören – und plötzlich, kommen 2 Wölfe vom Meer her gerannt, bleiben vis-à-vis von unsrem Camp stehen, schauen und verschwinden schnell wieder. Nach dem Frühstück badet vor uns ein Bär genüsslich im Wasser, schnorchelt, taucht und geniesst sein Bad in vollen Zügen und trottet wieder friedlich ab. Später auf unserer Wanderung können wir lange eine Bärin mit den zwei 2jährigen Jungen beobachten. Es ist jeder Tag ein unerbittlichen Kampf ums überleben, immer wieder nähert sich ein Männchen ihnen, sie bringt sich und ihre Jungen wieder in sichere Distanz. Es gibt wohl wirklich selten ganz ruhige Momente, die eine Mutter mit ihren Jungen hat.

 

Brian, unser Guide, verwöhnt uns kulinarisch. Abends sitzen wir gemütlich am Lagerfeuer (auch wenn‘s kalt und windig ist) er bekocht uns mit einer sehr schmackhaften Bohnensuppe mit Poulet, würzige Hamburger (in Folie mit Kartoffel, Chili, Zwiebeln) oder wie am letzten Abend, als der Wind so stark über uns fegte, dass die Zelte fast davon flogen, mit Pizza Hawaii aus der Pfanne, wirklich empfehlenswert. Brian and Rio – thanks a lot!!

 

Der letzte Morgen (die Nacht war sehr laut, der Wind schlug ans Zelt, wie uns berichtet wurde, normales Katmai Wetter) verbrachten wir mit einer kleinen Wanderung. Wir durften nochmals einige Bären begleiten, schon bald wird uns Zack mit seinem Flugzeug abholen. Wir liegen ein paar Meter über dem Strand an einer windgeschützten Stelle und überblicken die Weite, die uns die Ebbe bietet und haben Ausschau nach Bären. Von weitem sehen wir einen Wolf der genau in unsere Richtung läuft. Erst 20 Meter vor uns bleibt er stehen, aufgeschreckt durch das klicken der Kamera. Er hat uns bis da nicht bemerkt. Sogleich verschwindet er zwischen den Sträuchern, was für ein krönender Abschluss für die vier eindrucksvollen Tage!

09.06.2014

 

Valdez – Seward - Homer

 

Am Morgen früh ging es bereits los, um 6:00 mussten wir an der Ferry Station in Valdez sein, eine Stunde später ging wurden die Taue eingezogen und die Fahrt mit der MV Aurora nach Whittier ging los. 34 Autos und 250 Personen wären maximal vorgesehen, 2 Camper und 4 Personen, zusätzlich Besatzung, wir hatten also genug Platz.

Sechs Stunden später legten wir in Whittier an, bis da war das Wetter gut, nicht sonnig aber ok, das änderte sich dann aber schlagartig!

 

Whittier ist kein Ort, wo man lange bleiben will, also weiter zum 4km langen Tunnel, der den Ort mit dem Rest Alaskas verbindet.

Unser nächstes Ziel ist Seward, der vor allem tagtäglich von Kreuzfahrtriesen besucht wird. Das Wetter ist sehr schlecht und die Campingplätze wohl die miserabelsten, die wir bis hier auf unserer Reise angetroffen haben, die Infrastruktur ist miserabel, dafür aber teuer.

Seit einiger Zeit haben wir ein Problem mit unserer fahrbaren Unterkunft. Nach Rücksprache mit dem Fahrzeug-Vermieter entschieden wir uns, am nächsten Morgen, Seward gleich wieder zu verlassen und nach Anchorage zur Reparatur zu fahren. 500km hin und wieder zurück auf die Kenai Halbinsel. Das Wetter war mittlerweile so schlecht, dass wir direkt nach Kenai fuhren.

 

Statt die Tage in Seward, wollten wir diese nun in Kenai und Umgebung verbringen. Es blieb dann beim wollen! Am nächsten Morgen fünf Uhr, wurden wir aus dem Bett gerissen, unser Auto wankte gegen alle Seiten, wir drohten Seekrank zu werden. Wir sind auf einem Campingplatz hoch auf den Klippen direkt über dem Pazifik und es war Sturm. Gewaltige Windböen wankten unseren Camper durch. Das Wetter wollte sich hier in den nächsten Tagen nicht bessern, also beschlossen wir weiter nach Homer zu reisen, was eh unser nächstes Ziel war.

Homer, endet auf einer sieben Kilometer langen und dünnen Halbinsel, Homer Spit. Einen Fähr-, Boots- und Fischerhafen, ein paar Restaurants, Souvenirläden und RV Parks, das ist alles.

 

Unser nächstes Ziel ist der kleine Flugplatz, Zack von Sasquatch Alaska Adventure, wird uns zu den Bären fliegen.

06.06.2014

 

Valdez – Glacier & Wildlifecruise

 

Ja, es gibt uns noch! In den Wäldern und Berge Nordamerikas ist auch im Jahre 2014 noch nicht alles verkabelt (zum Glück) und so schreiben wir, wenn wir Empfang haben.

 

Nun, vor einigen Tagen haben wir nach dem Kluane Nationalpark Alaska erreicht und sind via Tok in Valdez angekommen. Leider begleitet uns in den letzten Stunden ein dichter Dunst, der uns die Sicht auf die umliegenden Berge meist verwehrt, nur ab und zu lässt es uns erahnen, wie Eindrucksvoll diese sein müssen. Bei einem der zahlreichen Tankstopps, die wir einlegen – unser Ford 6.7lt säuft auch tolle 20 Liter Diesel auf 100 km – wird uns berichtet, dass südlich von Anchorage ein grosser Waldbrand tobt und der Rauch 500 Kilometer Ostwärts zieht.
Ist halt alles ein bisschen Grösser und Weiter hier.

 

Valdez, eine kleine Ortschaft umgeben von vielen Bergen, Gletschern und Meer, gefällt uns sehr gut. Valdez hat eine bewegte Geschichte, angefangen mit dem Goldrausch, später die Entdeckung der Kupfervorkommnisse und 1964 wurde der Ort nach dem Erdbeben und den Flutwellen fast vollständig zerstört. 1968 zogen die letzten Bewohner von Old Valdez in die neue Ortschaft Valdez um. Im selben Jahr wurde in der Prudhoe Bay 800 Meilen im Norden, an der arktischen Küste Öl gefunden. Valdez bekam den Zuschlag für den Endpunkt der 1‘280km Trans-Alaska Pipeline. Von hier aus fahren monatlich rund 52 Tanker zu den Raffinerien im Süden. Der nächste Schicksalsschlag kam wieder an einem Karfreitag. 1989 lief Exxon Valdez auf ein Riff – es liefen 40 000 Tonnen Rohöl aus und es wurden über 2‘000km Küste verseucht.

 

Auf einer Glacier & Wildlifecruise mit Stan Stephens in den Prince Williams Sound erleben wir eine wunderschöne und eindrückliche Landschaft und Tierwelt. Unserem Ziel, dem Columbia Gletscher können wir uns nur bis ca. 10km nähern, da die ganze Bucht voller Treibeis ist. Die Tierwelt ist grossartig, wir beobachten: Weisskopfseeadler, Papageientaucher, Seehunde, Seelöwen, Seeotter, Orcas, Dall-Hafenschweinswale und auch Buckelwale begleiten uns auf dieser Schifffahrt. Nach 7 Stunden kehren wir mit vielen Eindrücken zurück nach Valdez.

31.05.2014

 

Kluane Nationalpark

 

Der Kluane Nationalpark ist ein World Heritage Site der UNESCO und beherbergt mit dem 5‘959m hohen Mt. Logan nicht nur Kanadas höchster Berg sondern auch das grösste Gletscherfeld ausserhalb der Polarregion. Nur einige Pfade/Wanderwege führen in den Park hinein.

 

Am ersten Morgen im Kluane Nationalpark schauen wir nicht schlecht – wo wir am Abend zuvor noch am Grillfeuer uns gewärmt haben, ist es jetzt weiss! - über Nacht hat es geschneit. Das Wetter: Sonnenschein und blauer Himmel – vor uns die frischverschneiten Gipfel, herrlich dieser Anblick. Wir unternehmen zwei Wanderungen im Nationalpark. Wir sind im Bärengebiet unterwegs und ja, wir haben schon ein „mulmiges“ Gefühl, was tun wenn? Alles verläuft wunderbar, einzig die Spuren von Elch, Wolf und ein Tatzenabdruck eines Bären sehen wir. Am Ende des Weges liegt ein grosser See, der St. Elias Lake, in dem sich die umliegenden Berge herrlich spiegeln, während unserem Picknick kommt ein Stachelschwein (Porcupine) gemütlich auf uns zu getrottet, schaut, hebt die Nase in die Luft und verschwindet wieder in die Büsche.

 

Auf der 2. Wanderung beobachten wir (mit Feldstecher) die Dallschafe. Auf der Weiterfahrt Richtung Norden auf den Alaska Highway begegnen wir dem ersten Grizzly und können weitere Elche und einen Kojote bestaunen.

26.05.2014

 

Simpson Lake (Campbell Highway) – Whitehorse

 

Wir fahren auf dem Campbell Highway Richtung Norden nach Carmacks. Bis Faro folgt der Highway über weite Strecken der Pelzhandelsroute von Robert Campbell, der um 1840 als erster Europäer diesen Teil des Landes für die Hudson’s Bay Company erkundete. Dieser Abschnitt der Route bietet Wildnis pur und grossartige Landschaften. Unterwegs sehen wir weitere Bären, Elche und einen schwarzen Wolf (dieser lässt sich leider nicht fotografieren L) – alle Tiere (ausser ein Schwarzbär) sind sehr scheu und verschwinden jeweils sehr schnell im Unterholz oder Wald. Nach der Fahrt auf der zum Teil nassen und schmierigen Schotterpiste vom Campbell Highway ist unser Truck Camper fast nicht mehr erkennbar. Weiter führt unsere Reise auf dem Klondike Loop nach Whitehorse wo wir unseren ersten Teil der Reise beenden.

22.05.2014

 

Whitehorse – Watson Lake – Simpson Lake am Campbell Highway

 

Nach einem angenehmen Flug von Zürich via London und Vancouver sind wir in Whitehorse gelandet. Wir werden von Fraserway RV am Airport abgeholt und zur Vermietstation gebracht. Nach all dem Papierkram können wir unser Zuhause für die nächsten Wochen entgegen nehmen. Nach dem ersten Einkauf geht’s Richtung Campingplatz wo wir uns einrichten und uns an unser neues Zuhause gewöhnen.

 

Nach einem Tag in Whitehorse fahren wir auf dem Alaska Highway Richtung Teslin und weiter nach Watson Lake, dort besichtigen wir den bekannten Schilderwald „Signpost Forest“ – angefangen hat alles im Jahr 1942 bei Bau des Alaska Highway alles ein heimwehgeplagter G.I. ein Schild mit der Entfernung zu seinem Heimatort in Illinois an einen Baum nagelte – seit dem wächst die Sammlung unaufhörlich ca. 75 000 Schilder aus aller Welt.

 

Weiter geht’s auf dem Campbell Highway Richtung Norden. Wir sehen in kürzester Zeit 3 Schwarzbären und 1 Stachelschwein und fahren bis zum noch zugefrorenen Simpson Lake zum Übernachten… ganz alleine in der Wildnis! Herrlich diese Weite und Stille - uns gefällt`s extrem gut J!!

Quelle: Hallwag Kümmerly+Frey
Quelle: Hallwag Kümmerly+Frey

Unsere provisorische Route

Whitehorse - Watson Lake - Ross River - Carmacks - Whitehorse

Haines Junction - Tok - Valdez - Fähre Valdez nach Whittier - Seward - Homer 

Flug Katmai Nationalpark Bearcamp

Homer - Anchorage - Denali Nationalpark - Fairbanks - Tok

Chicken - Dawson City - Eagle Plains - **Polarkreis** - Inuvik 

Retour wieder nach Dawson City - Carmacks - Whitehorse

Haines Junction - Haines - Flug Glacier Bay Nationalpark - Haines 

Fähre Haines nach Skagway - Whitehorse

 

30.04.2014

Bald ist es soweit, in wenigen Wochen werden wir unsere Reise zu den Bären, Elchen usw. antreten!

 

Die ungefähre Route steht, die wichtigsten Buchungen sind gemacht, die Ausrüstung parat und die Vorfreude RIESIG.

Also sind jetzt nur noch Details zum erledigen........

 

Wir werden während unserer Reise in unregelmässigen Abständen von unseren Erlebnissen berichten und natürlich mit ein paar Bildern dokumentieren.

 

Schon jetzt ALLEN, die uns auf irgendeine Weise diese Reise ermöglichen, ein grosses:

 

MERCI VIUMAU

 

Also bis bald

 

Yukon
Yukon

Yukon - Lager Than Life

 

In der nordwestlichen Ecke von Canada liegt das Yukon Territory und wird im Westen von Alaska, im Süden von British Columbia, im Osten von den Northwest-Territories und im Norden durch die Beaufortsee im arktischen Ozean begrenzt. Ursprung für die Namensgebung ist der bekannte Yukon River, der in der Sprache der Loucheux Indianer „Yu-kun-ah“ heisst und soviel bedeutet wie „grosser Fluss“.

 

Goldene Zeiten an Yukons Bonanza-Creek ...
gerade mal ein wenig mehr als ein Jahrhundert ist vergangen, seit in einem Nebental des Klondike von den zum Stamme der Tinglits gehörenden Indianer Dawson Charly und Skookum Jim sowie ihrem weißen Freund George Carmarcks Gold entdeckt wurde. Diese 1896 in alle Welt verbreitete Nachricht löste den größten Goldrausch aller Zeiten aus , und hunderttausende machten sich in die Wildnis des Nordens auf, in der Hoffnung, mit den Nuggets ihr Glück zu finden. Heute ziehen jene berühmten Landstriche – in denen die Zeit stehengeblieben zu sein scheint – mit der Aura der Vergangenheit Besucher aus aller Welt an.
  

Yukon auf einen Blick:

Hauptstadt:                    Whitehorse

Gesamtgrösse:                483'450 qkm

Einwohner:                     ca. 34'500

Elch Population:              70'000

Karibou Population:         160'000

Offizielle Blume:              Schmalblättriges Weidenröschen (Fireweed)

Offizieller Vogel:              Rabe (Raven)

Höchster Berg:                Mt. Logan 5'959m

Längster Fluss:                Yukon River 3'185km (Totallänge)  

 

Alaska
Alaska

Alaska - The Last Frontier

 

Mehr Tiere als Menschen. Mehr Berge als Gebäude. Mehr Gletscher als Verkehrsampeln.

 

Alaska, rund 36 x grösser als die Schweiz. Die höchsten Berge, die höchste Konzentration an Gletschern, die grösste Fläche an National Parklands und längste Küstenlinie der USA machen  Alaska zu einem Land der Superlative.

Alaska, diese letzte grosse Wildnis mit einer einzigartigen Tierwelt, fasziniert durch menschenleere Landschaften von gewaltiger Ausdehnung und Gegensätztlichkeit. Weite Tundra, endlos scheinende Täler und wilde Flussläufe wechseln sich ab mit gigantischen Bergketten, engen Canyons, tiefe Fjorde und nordischem Regenwald.

 

Alaska auf einen Blick:

Hauptstadt:                     Juneau

Gesamtgrösse:                1'717'854 kqm

Einwohner:                     ca. 700'000

Offizielle Blume:              Vergissmeinnicht (Forget me not)

Offizieller Vogel:              Moorschneehuhn (Willow Ptarmigan)

Höchster Berg:                Mt. McKinley (Denali) 6'194m

Längster Fluss:                Yukon River 3'185km (Totallänge)

 

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